Der LOOP Markt Haimhausen
Dieser Kontinent braucht
bessere Supermärkte.
In Haimhausen bei München entsteht der erste nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip gebaute Supermarkt. Entwickelt von RATISBONA, betrieben von EDEKA Südbayern und der Backstube Wünsche.
Supermärkte gehören zu den meistgenutzten Gebäuden überhaupt. In Deutschland besuchen Menschen Lebensmittelmärkte rund 15 Milliarden Mal im Jahr. Was dabei entsteht, sind in der Regel Bauten, die Rohstoffe verbrauchen, Böden versiegeln und nach zwei Jahrzehnten oft als Sondermüll enden. Der LOOP Markt Haimhausen ist die konsequente Weiterentwicklung: rückbaubar konstruiert, mit geprüften Materialien gebaut, auf Flächen, die nachweislich mehr Artenvielfalt erzeugen als sie vorgefunden haben.
Was meinen wir mit LOOP-Märkten?
Mit den LOOP Märkten überträgt RATISBONA das Cradle‑to‑Cradle‑Prinzip konsequent auf Handelsimmobilien.
Ziel ist es nicht nur weniger schädliche oder neutrale Flächen für Handelsimmobilien zu entwickeln, sondern solche, die gut fürs Leben sind. Darunter verstehen wir Gebäude, die die Gesundheit fördern und Kreisläufe konsequent schließen sowie Außenanlagen, die und über die Grundstücksgrenze hinaus positiv in Stadt und Gesellschaft wirken.
Rückbaubar
Wer heute baut, entscheidet auch darüber, was in Jahrzehnten auf der Deponie landet. Beim LOOP Markt Haimhausen ist der Rückbau von Anfang an mitgeplant: Design by Disassembly. Lösbare Verbindungen und damit trennbare Baugruppen - jedes Bauteil bleibt nach dem Rückbau ein Baustoff. Der Circularity Passport dokumentiert transparent die Kreislauffähigkeit der eingesetzten Baustoffe.
Gesund
Gebäude bestimmen, was Menschen täglich einatmen — und was Materialien nach dem Rückbau im Kreislauf hinterlassen. EPEA by Drees & Sommer hat für den LOOP Markt Haimhausen über 250 Produkte auf ihre Inhaltsstoffe analysiert: vollständig, bis auf Substanzebene. Die Bewertung floss direkt in die Materialauswahl ein. Leimfreie Innenwände und Lehmputz sorgen für ein gesundes Raumklima — für die Menschen darin und für den Kreislauf danach.
Artenreich
Die Bebauung eines Grundstücks führt in der Regel zu weniger Natur als vorgefunden. Der LOOP Markt Haimhausen kehrt das um. Auf Dach- und Außenflächen entstehen Biotope, die im Landkreis Dachau nahezu verschwunden sind. Das Ziel: Mehr Tier- und Pflanzenarten als ursprünglich vorhanden ansiedeln zu lassen und durch KI-gestütztes Monitoring belegbar zu machen.
Der LOOP Markt Haimhausen ist die Antwort auf eine Frage, die wir uns als Branche längst hätten stellen müssen:
Was bauen wir eigentlich? Ein Gebäude, das in Jahrzehnten Sondermüll ist oder eines, dessen Materialien nachweislich gesund sind und sich in neue Kreisläufe zurückführen lassen?
In Haimhausen zeigen wir, dass diese Frage eine praktische Antwort hat. Sebastian Schels, geschäftsführender Gesellschafter Ratisbona Handelsimmobilien
Transparenz, Messbarkeit, Steuerbarkeit
Nachhaltige Projektentwicklung lässt sich behaupten oder belegen. Beim LOOP Markt Haimhausen gilt das Zweite. Der Circularity Passport® Building dokumentiert für jede Baugruppe Materialherkunft, Materialgesundheit und Kreislauffähigkeit — als verbindliche Datengrundlage für Planung, Betrieb und Rückbau.
Parallel dazu wird die ökologische Entwicklung der Außenflächen laufend erfasst: Die Landschaftsarchitekten Ohnes & Schwahn kartieren die Arten vor Ort, Hula Earth ergänzt die Feldarbeit durch KI-gestützte Biodiversitätsmessung. Das Außenanlagenkonzept entstand in enger fachlicher Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), Kreisgruppe Dachau.
Transparenz über das Ergebnis findet sich im Circularity Passport® Building as built, der zur Eröffnung des Markts veröffentlicht wird.
Neue Biotope, mehr Artenvielfalt
Die Außenanlagen
Der LOOP Markt Haimhausen entsteht in einem Naturraum, der nahezu vollständig seiner Trockenlebensräume beraubt wurde – nur 0,05 % der ursprünglichen Flächen existieren noch. Das Projekt setzt deshalb auf eine radikal andere Form der Außenraumgestaltung: die Wiederherstellung einer „Kalksandheide des Tertiärhügellandes“ mit lokalem Saatgut, einem temporären StartUp‑Biotop, langfristig angelegten Trockenlebensräumen, Heumulch‑ und Heudruschübertragung sowie einer Dachbegrünung, die als Artenreservoir wirkt. Das Vorhaben verbindet wissenschaftliche Präzision mit kommunikativer Reichweite und hat das Potenzial, das Modell für Außenflächen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel neu zu definieren.
Die Elemente der Außenanlagengestaltung im Überblick
Warum setzt ein Supermarkt auf die Wiederansiedlung eines fast ausgestorbenen Lebensraums?
Das Dachauer Tertiärhügelland ist ökologisch verarmt: Trockenhabitate sind durch intensive Nutzung auf 0,05 % geschrumpft. Der LOOP Markt reagiert darauf mit der Neuschaffung der fast erloschenen Kalksandheide. Das Ziel: Regionaltypische Biodiversität dort ansiedeln, wo sie verloren ging. Mittels lokaler Genetik aus Reliktbiotopen und Heumulchübertragung entsteht bereits in der Bauphase ein StartUp-Biotop. Durch diesen Fokus auf autochthone Arten bewahrt der Markt das regionale Naturerbe und bietet sofortige Nistangebote für spezialisierte Wildbienen. So wird die Handelsimmobilie zum aktiven Pionier für den Naturschutz.
Wie funktioniert die Außenraumgestaltung technisch – und warum gilt sie fachlich als außergewöhnlich?
Konventionelle Außenanlagen wirken oft als ökologisch wertlose „Nährstofffallen“. LOOP bricht dies technisch auf: Der Oberboden wird abgetragen, um sandiges, nährstoffarmes Substrat für Trockenrasenarten freizulegen. Ein „Leopardenfell-Mosaik“ aus Heudrusch und offenen Rohbodenfenstern schafft Keim- und Nistplätze. Das technische Highlight ist die Kopplung der Bodenflächen mit einem 1.300qm großen „Tafelberg-Reservoir“ auf dem Dach. Diese konsequente Kombination aus mehrstufigen Ansiedlungstechniken, feingetakteter Pflege und modernem Monitoring macht das Projekt zu einem fachlichen Benchmark für den Lebensmitteleinzelhandel.
Welche ökologische Rolle kann ein einziger Marktstandort in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft übernehmen?
In intensiv genutzten Agrarlandschaften fehlen funktionale Trittsteine für den Artenaustausch. Der LOOP Markt schließt diese Lücken strategisch. Hier greift der ökologische SLOSS-Befund: Kleine, qualitativ hochwertige Flächen sind oft krisenfester als große Monokulturen. Als biologischer Anker bietet der Standort Nahrung und Nischen in einer kargen Matrix. Das Dach fungiert dabei als Wind-Verdrifter, der Saatgut aktiv in die Umgebung ausstreut. Ein engmaschiges Monitoring macht den Erfolg messbar und zeigt, wie einzelne Handelsimmobilien zu einem dezentralen, skalierbaren Biotopverbund zusammenwachsen können.
Presseanfragen
Für Interviewanfragen und Besichtigungstermine auf der Baustelle sowie einer Zusendung von Visualisierungen und Datenmaterial zum Markt wenden Sie sich bitte an:
presse@ratisbona.com